Windgeflüster

Mustafa wacht nachts über die Blumen des Paradiesgartens in der Alhambra. Kontakt zu Menschen hat er sehr wenig. Am liebsten ist ihm sein innerer Dialog mit den Blumen, die er seine Kinder nennt. Doch das vermeintliche Glück in Einsamkeit trügt – so sehr sehnt er sich nach Zuspruch, nach Liebe, nach einem Menschen aus Fleisch und Blut, der ihn achtet und versteht. Die Blumen sind schön anzusehen, doch sprechen sie nicht mit ihm und auch kann er sie nicht in den Arm nehmen, weil er sie sonst erdrücken würde. Heimlich plant Mustafa seinen Abschied von dieser Welt. Seine Kinder die Rosen, will er mit seinem Blut gießen, damit er in ihnen weiterlebt. Ibn Alim, Sufimeister des Emirs, findet Mustafa völig blaß und kraftlos im Blumenbeet. Ibn Alim nimmt Mustafa in seinem Haus auf und pflegt ihn gesund. Auch Ibn Alims Sohn Masud, ist eine Mann der Blumen und er versteht Mustafa nur allzu gut.
Bald hat Mustafa wieder genug Kraft geschöpft, um des nächtens über die Blumen seines Emirs zu wachen. Doch etwas hat sich geändert in seinem Herzen: ging er zuvor mit gesenktem Blick und voller Hast nach verrichteter Arbeit jeden Morgen durch den Markt, um sich schnell zu Bette zu legen, so geht er jetzt langsam und aufmerksam durch die Straßen. Kein Detail entgeht ihm und die Zeit verrint wie nichts und er findet nicht mehr genügend Schlaf um in der Nacht seiner Pflicht nachzukommen.
Als er dann noch eines Tages eine verstoßene, stumme Dienerin in seinem Zimmer aufnimmt und ihr hilft, ihr Kind zu gebären, verändert sich sein Leben dramatisch …

Gewachsen ist dieses Buch aus den Worten Ibn Alim, dessen Weisheiten meine Helden in der Trilogie „Der Katalane“, „Wüstensohn“ und „Tränen der Sahara“ begleiten. Ibn Alim ist der Vater von vielen Sufimeistern in meinen Romanen und hat mich und meine Helden für den Weg des Lebens inspiriert.

Die bisher unveröffentlichte Sufi-Novelle Windgeflüster wird voraussichtlich im Herbst als E-book erhältlich sein.